Kategorie Fauna

KÖNIGLICH

Wussten, Sie dass in jedem Jahr nicht nur Schönheitsköniginnen, sondern auch Bienenköniginnen aus ganz Deutschland, Belgien und den Niederlanden regelmäßig auf die Insel kommen? Warum? Weil es auf Wangerooge perfekte Zuchtbedingungen gibt (siehe MOINBuch »Wangerooge und der Rest der Welt«).

a, seit fast 90 Jahren werden auf Wangerooge Bienen gezüchtet: Pro Jahr werden aus ganz Deutschland rund 2000 Königinnen auf die Insel geschickt, um dort befruchtet zu werden. Die Imker, die die Belegstelle von Frühjahr bis Spätsommer betreuen, haben nun eine neue Unterkunft erhalten: Die erste Hütte stammte aus den 1930er Jahren und wurde nun durch eine bequemere, neue ersetzt. Mit Unterstützung des Landkreises, der Barthel-Stiftung und der Volksbank
Stiftung wurde dies ermöglicht. Der Neubau (Kosten 34 000 Euro) wurde den Sponsoren und Mitgliedern des Kreis-Umweltausschusses vorgestellt. In der Hütte mit Küchenzeile und Schlafkoje leben die Imker in der Zeit, in der sie die Bienen jedes Jahr neu zur Belegstelle auf die Insel bringen. Geöffnet hat die Belegstelle von Frühjahr bis Spätsommer. Wenn die Bienen aktiv sind. Imker Friedrich-Karl Tiesler informierte alle Gäste über die Bienenzucht. »Eigentlich bin ich Bauingenieur, aber schon seit meiner Jugend interessiere ich mich für die Bienen«, so Tiesler. Die Züchtung der Honigbiene sei genauso wichtig wie die anderer Tiere auch. »Nach Rindern und Schweinen ist die Biene aus Sicht der wirtschaftlichen Bedeutung am drittwichtigsten«, betonte er. Gerade auf der Insel sei die Zucht von hoher Bedeutung: Wenn sich Bienenkönigin und Drohne paaren, dann meist fünf bis sechs Kilometer hoch in der Luft, fernab des Imkers. Dafür bräuchte man am Festland eine enorm große Fläche, ein Gebiet von etwa 300 Quadratkilometern, erklärte Tiesler. Das ist auf der Insel leichter, weil sie von Wasser umgeben ist. Hier können die Bienen nicht davonfliegen und sind für die Züchter leichter wiederzufinden. Bei der Zucht wird besonders auf hohe Widerstandsfähigkeit, aber auch auf Friedfertigkeit und natürlich den Honigertrag geachtet. Die Widerstandsfähigkeit sei besonders wichtig, damit sich die neuen Bienenvölker gegen Parasiten wie die Varroamilbe wehren können. Diese schwächt die Völker und führte in den vergangenen Jahren zu massenhaftem Bienensterben, wie die MOIN und die NWZ berichteten.

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DUFTE BIENEN KÖNNEN AUFATMEN

Gute Nachrichten von der Bienenzucht auf Wangerooge: Es geht weiter voran im Wäldchen am Meer,
wo bisher Imker Klaus Töbelmann (Foto) mit seinen Königinnen »regierten«. Die Bienenzucht auf den
Inseln ist – im Gegensatz zu der auf dem Festland – nicht in Gefahr.

e nde Mai werden sie wieder zu ihrem siebenwöchigen Zuhause in die Belegstelle an der Charlottenstraße gebracht hat, Imker-Töbelmannnachdemd die bis dahin schon ein, zwei Monate wahre Wunderleistungen vollbringen mussten. Der Fleiß der Bienen ist bekanntlich sprichwörtlich und kommt dem Menschen auf vielfältige Weise zugute. Doch was für den Menschen lohnend, ist für die emsigen Bienen weniger förderlich. Sie leben nämlich lediglich armselige sieben Wochen lang. In diesen sieben Wochen sorgen sie nicht nur durch unermüdliches Honig Sammeln für leckeren, gesunden Brotaufstrich, für duftende Honigkerzen in der Adventszeit, für Süße und Aroma beim Leb- und Honigkuchen, für anspruchsvolle Kosmetika und Honigbonbons, die gern auch auf den Märkten angeboten werden.
Viel wichtiger aber ist ihre Aufgabe bei der Bestäubung der Blüten und dem damit verbundenen Artenerhalt der heimischen Flora. Dass die Bienen einen Staat bilden, ihrer Königin (nicht immer) treue Untertanen sind und innerhalb ihres Volkes soziale Aufgaben übernehmen, das erfährt der Wangerooge- Urlauber, wenn er von Dienstag bis Donnerstag die Charlottenstraße entlang geht, und beim Wasserwerk links einbiegt und sich dann in einer wahren Natur-Idylle mit Imker Klaus Töbelmann unterhält. Der betreut nämlich die »Belegstelle Wangerooge«, wo es derzeit 130 Bienenvölker gibt.
Imker, das hat man in Kindertagen oft in Filmen und Fernsehen gesehen, tragen Schutzkleidung, einen breiten Hut mit einer dichten Gardine davor und rauchen Pfeife, um sich vor den »aggressiven Tieren« zu schützen. Alles Quatsch, und mit so etwas darf man Klaus Töbelmann, der den besagten Hut nicht mal fürs Foto aufsetzen will, gar nicht erst kommen. »Bienen sind nicht aggressiv, sondern friedliebende Tiere und stechen nur, wenn man nach ihnen schlägt oder allzu hastige Bewegungen macht. Sie wehren sich nur. Lediglich bei Gewitter werden sie etwas angriffslustiger«, so Töbelmann.
TÖDLICHE GEFAHR
Auf dem Festland ist das Bienensterben seit  einigen Jahren immer wieder ein Thema. Auch jetzt gibt es schlechte Nachrichten von der Bienenpopulation in Deutschland: Etwa 30 Prozent der Bienenvölker haben den vergangenen Winter nach Schätzungen der Imker nicht überlebt – normalerweise sind es nur zehn Prozent. Bei insgesamt rund 750.000 Bienenvölkern in Deutschland ergebe sich ein Verlust von 225.000 Völkern, sagte die Sprecherin des Deutschen Imkerbundes, Petra Friedrich.

Von allein bauten sich die Völker nicht wieder auf. »Der Imker muss dann Jungvölker nachziehen.« Für die Honigernte              verheiße das nichts Gutes: »Wir gehen ganz stark von einer ganz schlechten Honigernte aus«, sagte Friedrich. Noch schlimmer sei aber, dass vielen Pflanzen damit auch die Bestäuber fehlten. Einer der Gründe diesmal für das Massensterben:
Die Bienen sind schon geschwächt in den Winter gegangen, weil es im Herbst so lange warm war und sie noch genauso lange aktiv waren. Dies hat sie anfälliger für den Befall mit Varroa-Milben gemacht. Ein strenger Winter ist hingegen kein Problem für die Insekten, sondern eher gut. Schlechter ist ein häufiges Auf-und-Ab der Temperaturen, weil die Bienen womöglich dazu gebracht werden, zu früh auszufliegen. Ein generelles Problem ist der Nahrungsmangel. »Im Frühjahr gibt es noch ein hohes Pollen- und Nektarangebot, danach kommt nichts mehr«, so Friedrich. Es fehlten zum Beispiel die mit Blumen besetzten Randstreifen von Feldern, die es früher gegeben habe.

Bienen-auf-Wooge

Eine fleißige Biene auf Nektarsuche im Osten der Insel. Dieses Bild sandte uns Martina Straube zum MOIN-Fotowettbewerb 2014 ein. Auch in diesem Jahr sind wir gespannt auf ihre Einsendungen. In die Wertung kommen alle bis zum 11.11.15 auf der Insel Wangerooge geschossenen Fotos.

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