Kategorie Menschen auf Wangerooge

BEGEISTERT VON WANGEROOGE

Ihre Schilderung über ihre neue Heimat hört sich an wie ein Liebesbekenntnis zu Wangerooge. Gundula und Wolfgang  Bielfeldt aus Bielefeld sind die neuen Betreiber der Biomaris-Ecke am Platz am Meer und sind begeistert vom Standort: »Eine herrliche Lage mit Blick aufs Meer. Einfach toll.«

as Ehepaar Bielefeldt kennt sich aus an der Nordsee: »Wir haben drei Jahre die Biomaris-Niederlassung auf Langeoog gehabt. War auch eine schöne Zeit. Aber hier auf Wangerooge gefällt es uns noch besser. « Das Ehepaar im Unruhestand freut sich erst einmal auf den Sommer. Gundula, die früher in einer Apotheke tätig war, will die Verbindung zum Bielefelder Haus nutzen: »Mit sechs Jahren war ich erstmals auf Wangerooge. Jetzt bin ich froh, das Meerestiefwasser in verschiedenen Varianten anbieten zu können. Hier kann jeder etwas für seine Gesundheit tun.« An Tischen sitzend,
trifft man hier auch schnell Gleichgesinnte, man tauscht Erfahrungen und Neuigkeiten aus und spricht über einige von rund
300 Produkten von Biomaris 80 Jahre besteht das in Bremen ansässige Unternehmen, das sich Gesundheit und Schönheit aus dem Meer verschrieben hat. Der Klassiker ist nach wie vor die Hautcreme. Ein Produkt, das auch in Hautkliniken zur Nachpflege von Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis eingesetzt wird. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Forscher des Unternehmens die Produktpalette des Thalasso-Spezialisten jedoch erheblich erweitert, Kosmetik-Serien für Damen und Herren, Sonnen-Cremes und Lotions, Anti-Aging-Cremes und -Gelsentwickelt und sich hierbei vornehmlich der Naturprodukte aus dem Meer oder den typischen Pflanzen von Inseln und Küste wie des Sanddorns bedient.
Auch Antje Pollex, die Vorgängerin der Bielfeldts, konnte viele Stammkunden begrüßen, die bei einem Gläschen Meerestiefwasser mit oder ohne Orange-, Sanddorn- oder Tomatensaft den Wert der Biomaris-Niederlassung als Kommunikationszentrum zu schätzen wussten, sich mit ihren Lieblings-Produkten versorgten und auch gern mal die eine oder andere neue Kreation aus dem Meer von Angeboten mittels Pröbchen testeten.

Biomaris-Bielfeldt

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CHARLY, MAIKE UND VILLA MARIECHEN

Der Flaggenmast vor der »Villa Mariechen«, dem »Inselhuus« in der Rösingstraße 10 signalisiert, aus welchem Bundesland die Gäste in der Ferienwohnung im ersten Stock kommen. Die liebevolle Bepflanzung rund um das Haus und die Terrasse sowie die stilvolle Einrichtung strahlen pure Behaglichkeit und Willkommenskultur aus.

Da ist es auch kein Wunder, dass Maike und Volker »Charly« Langhoop ein Spiegelbild ihres sympathischen Heims sind.
Ebenso wenig verwunderlich ist es, dass sich das ältere Ehepaar (75 und 78 Jahre) über mangelnden Zuspruch der Feriengäste nicht beklagen kann. »Und wenn wir einmal keine Gäste haben, ist das auch nicht so schlimm«, verweist der freundliche Gastgeber auf die reifen Jahrgänge seiner Maike, einer Schneidermeisterin und seiner selbst. Allerdings sind beide noch sehr rüstig, unternehmen ausgedehnte Radtouren und sehen sich auf dem Festland auch mal gern andere Länder an. So wie kürzlich, als Maike und Volker Belgiens Hauptstadt Brüssel besucht hatten, dann aber wieder für ihre Besucher da waren.
»Der größte Teil unserer Urlauber sind Stammgäste, meist aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus anderen Bundesländern
und der Schweiz oder aus Frankreich «, verrät »Charly«, von dem kaum jemand weiß, dass er vor 75 Jahren mal als Volker  Langhoop getauft worden ist. »Ich wurde schon in der Schule so genannt«, weiß »Charly« selbst nicht mehr so genau, weshalb er diesen Namen hat. Der liebenswürdige alte Herr gehört noch zu den waschechten Insulanern, was heißt, dass er – was heute nicht mehr möglich ist, weil alle Wangerooger Kinder nur noch auf dem Festland zur Welt kommen – auf seiner Insel geboren ist. »Wir Insulaner sind eine aussterbende Rasse«, meint »Charly« mit Galgenhumor.

SCHMUCKSTÜCK IN DER RÖSINGSTRASSE
Er hat übrigens mal das Maurerhandwerk erlernt und kann also mit Fug und Recht sagen, dass er das Schmuckstück in der  Rösingstraße mit eigenen Händen gebaut hat. »Villa Mariechen«, das ist eine Erinnerung an Charlys Mutter und seine Eltern, die das 1972 erbaute Haus zunächst bewohnt hatten. Wer auf einer Insel zuhause ist, der hat meist nicht nur mehrere Berufe, sondern ist  auch Mitglied in mehreren Vereinen, und so war »Charly« auch Sänger im beliebten Shanty-Chor »De Wangeroogers«, deren Konzerte stets vor vollem Haus stattfanden, die etliche CDs herausgebracht und zahllose
Gäste mit ihrem markigen Gesang erfreut haben. »Mangels Masse« mussten sie ihren »Gesangsbetrieb« einstellen. Doch  einige von ihnen, unter ihnen auch Charly treffen sich immer noch regelmäßig an verschiedenen Orten, klönen und lassen dann natürlich auch ihre Stimmen erschallen. Bisweilen allerdings auf Beerdigungen, wenn es wieder einen »Insulaner« weniger gibt oder ein anderes Mitglied der Dorfgemeinschaft die schöne Insel verlassen hat. Doch meistens sind die Anlässe fröhlicher, was auch dem heiteren Naturell der fröhlichen (Ex-) Sänger entspricht.
TEXT: FRIEDEMANN BRÄUER
FOTOVilla Mariechen: EVELYN GENUIT

 

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ÄLTESTER INSULANER: GEBOREN IM LEUCHTTURM

Er fühlt sich noch topfit. Werner Maaß ist der zehn Jahre ältere Bruder des auf der Insel bestens bekannten, ehemaligen
Rettungsschwimmers Wilhelm »Queller« Maaß. Während der mit seinem alten Fahrrad immer noch die Straßen Wangerooges
unsicher macht, lebt Werner Maaß in Uetersen. Wenn er mal nicht mit seiner Frau irgendwo auf der Welt unterwegs ist.

Werner Maaß wurde am 21.3.1923 im Leuchtturm Wangerooge geboren und kann sich »ältester Insulaner « nennen. Seine Hebamme war damals Frau Lammers, die Vorgängerin von Frau Post. Der rüstige Rentner, der 37 Jahre aus beruflichen Gründen in Schweden lebte, einen schwedischen und einen deutschen Pass besitzt, besucht jedes Jahr mehrfach »seine Insel«. Wie viele Wangerooger zog es auch ihn in die weite Welt (siehe MOINBuch »Wangerooge und der Rest der Welt).
Und wie viele Insulaner vor ihm besuchte er auch Südamerika. Vor 20 Jahren reiste Werner Maaß nach Brasilien. Was er dort in vier Wochen erlebte, berichtet er der »MOIN von Wangerooge.«

URWALD UND ZUCKERHUT
»Nach elf Stunden Flug landeten wir auf dem Flugplatz Galeao in Sao Paulo. Die Durchsagen verstanden wir nicht. Wir fanden
eine Frau, in Flugplatzkleidung. Sie sagte uns, wo es zum Inlandsflug nach Blumenau geht. Hier versammelten sich 15 Personen. Nach stundenlangem Warten und mehreren Durchsagen (für uns wieder einmal nicht zu verstehen) war es soweit. Abflug. Der Flug dauerte … Wir hätten eigentlich längst da sein müssen. Als wir dann endlich landeten, waren wir wieder in Sao Paulo. Nach abermaligem, langem Warten bekamen wir belegte Brote und etwas zu trinken. Wir wussten nicht, was geschehen war; und so fragte ich einen Herren neben mir. Auf dem Flugplatz in Blumenau gab es eine Überschwemmung. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis wir einen neuen Flug bekamen.

Wir hofften, dass der Flugplatz inzwischen wieder zum Landen freigegeben war. Wir hatten vereinbart, dass wir dort  abgeholt werden. Nach der Landung waren dann alle schnell verschwunden. Nun standen wir alleine da und warteten auf unsere Abholer. Doch niemand kam … Bis ein Angestellter des Flugplatzes auf uns zukam und wir erfuhren, dass wir schon wieder nicht am richtigen Flugplatz angekommen waren, sondern in Florianopolis! Er brachte uns zu einem Bus, der uns dann schließlich an unser eigentliches Ziel bringen sollte; die anderen Passagiere saßen schon im Bus. Unser Glück: Florianopolis liegt »nur« etwa 130km nördlich von Blumenau an der Küste. In der Nähe unseres Zielortes besuchten wir noch einen Ort mit dem Namen Pommerode, einst gegründet von Deutschen aus Pommern. Mit unserer Gastgeberin fuhren wir für einige Tage zu ihrem  Sommerhaus, das ca. 150km von Blumenau an der Atlantik-Küste liegt. Ein traumhafter
Sandstrand erwartete uns. Später wollten wir dann die größten Wasserfälle Südamerikas besuchen, die Cataratasdo Iguacu. Sie liegen mitten im Urwald am Dreiländereck Paraguay-Argentinien- Brasilien und sind nur mit dem Flugzeug erreichbar. Als es dann losging, mussten wir mit einem Bus etwa 250km nach Curitiba fahren. Dort waren wir gezwungen, zu  übernachten.

Am nächsten Morgen flogen wir dann von dort aus 630 km zu den Wasserfällen. Vor Ort gab es eine große Hotelanlage,
in der wir einige Nächte verbrachten. Die Wasserfälle selbst waren sehr imposant und wurden von den Flüssen Parana und Iguacu gespeist. Einige Kilometer entfernt machten wir noch einen Abstecher zum örtlichen (riesigen) Wasserkraftwerk, Itaipu. Man sagt, es sei eines der sieben Weltwunder der modernen Welt! Es wird von Brasilien sowie Paraguay betrieben. Übrigens: Unser Taxifahrer war auf dieser Tour gleichzeitig unser Reiseführer; er fuhr mit uns außerdem zur argentinischen Grenze, wo wir für 5$ den ansässigen Nationalpark genießen durften. Doch zurück zu den Wasserfällen: Hier liefen etliche Nasenbären ohne Scheu zwischen den Menschen, manche gaben ihnen sogar etwas zum Fressen.

AN DER COPACABANA
Auch bevor es zurück nach Blumenau ging mussten wir in Curitiba übernachten. Einige Tage darauf ging es nach Rio de Janeiro, wo wir ein Zimmer im Hotel Copacabana Ozean bewohnten. Dort stand uns des Weiteren ein Reiseführer mit Auto für vier Tage zur Verfügung. Von unserem Zimmer waren es nur 30m zur Copacabana, wo der Strand allerdings nur spärlich besetzt war. Die Saison war schon vorbei. Obwohl es bereits November war, war es aber angenehm warm. Die weltbekannte Christus-Statue steht auf dem Berg Corcovado und thront in 710m Höhe über der Stadt. Mit einer Bergbahn fuhren wir nach oben, wo sich uns ein eindrucksvoller Anblick bot. Weiter ging es zum Zuckerhut (Pao de Acucar) mit zwei Seilbahnen. Leider war dieser von Nebel umhüllt, was den tollen Ausblick von der Umsteige-Station aber nicht minderte. Der nächste Tag führte uns über eine 14km lange Brücke auf die Insel Itirot. Von hier konnten wir den Zuckerhut noch einmal von hinten sehen. Wie es so ist, war der Urlaub viel zu schnell vorbei. Rückflug nach Deutschland. Es ging mit dem Taxifahrer (425 km mit dem Auto!) zum Flughafen von Sao Paulo. Die vier Wochen vergingen, wie es so ist, wie im Flug. Doch zum Glück verlief
der Rückflug im Vergleich zum Hinflug reibungslos …«
TEXT: WERNER MAASSWerner-Maaß
FOTOS: PRIVATARCHIV

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