ROBBEN IM MÜLLSACK

Was haben ein niederländischer Fußballprofi und ein um Wangerooge beheimatetes Tier gemeinsam? Nun, abgesehen vom Namen verbindet sie auf den ersten Blick nicht sehr viel. Jedoch sorgte Arjen Robben im vergangenen Monat mit seinen Teamkollegen dafür, dass eine altbekannte Bedrohung für die Seerobben abermals zum Gesprächsthema wurde.

Plastikmüll in den Weltmeeren wird vielen Meeresbewohnern immer wieder zum Verhängnis. Auch vor Wangerooge haben viele Robben mit Ozeanabfällen zu kämpfen. Die Stars des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München mit dem Niederländer Arjen Robben, machten im November auf besondere Art und Weise auf diesen Umstand aufmerksam. Am 05.11.16 stand die Ausstattung der Münchener im Mittelpunkt. Grund dafür war das Trikot der Spieler. Es bestand aus Garnen und Fasern, die aus recycelten und aufbereiteten Plastikabfällen gefertigt wurden, welche zuvor an der maledivischen Küste eingesammelt wurden. Mit dieser Aktion versuchte Ausrüster Adidas auf ein beachtliches Problem aufmerksam zu machen, denn immer mehr Tiere werden Opfer von umher schwimmenden Plastikteilen, an denen sie sich verletzen oder in ihnen verfangen können.

»PLASTIC IS FOREVER« Doch was genau passiert mit dem Müll im Ozean? Grundsätzlich wird der Plastikmüll oftmals im Meer entsorgt und dort durch Winde, Wellen und Strömungen verteilt. Allerdings wird er nicht ausschließlich in seiner ursprünglichen Form zur Gefahr für die Meeresbewohner. Auf langer Hinsicht (dieser Vorgang dauert bis zu 600 Jahre) sorgen Meeressalz und intensive Sonneneinstrahlung dafür, dass sich größere Teile in winzige Plastikteilchen (Mikroplastik) zersetzen. Diese sinken wiederum an den Meeresgrund und werden von Krebsen oder Fischen aufgenommen. Auf diesem Weg gelangt der Müll in die Nahrungskette, wird von Vögeln und Robben gefressen, und irgendwann auch von den Menschen in Form von Fisch und Meeresfrüchten konsumiert.

FILMSTART AUF WANGEROOGE Gerade in der heutigen Zeit wird unser Umgang mit der Umwelt immer wichtiger. Aktionen wie die der Bayern und Adidas sorgen für die nötige Aufmerksamkeit. Jedoch ist es letztendlich jeder Einzelne, der die Verantwortung für sein Handeln übernehmen muss. Der Filmemacher Wolf-Dietrich Hufenbach will mit seinem Film »Permanent: Plastic is Forever« noch weiter auf die oben geschilderte Thematik eingehen. Mit den Dreharbeiten zum Film über Plastikmüll im Meer und die Folgen, hatte Hufenbach bei den ersten Wangerooger Müllsammeltagen im Sommer begonnen. Bei dieser Aktion waren mehr als 30 Müllsammler dem Aufruf von Mellumrat, Zukunftswerkstatt, dem Nationalpark-Haus, sowie der Gemeinde-/Kurverwaltung gefolgt, um dann am Strand all das aufzusammeln, was dort nicht hingehört. Auf der Zedeliusstraße wurde im Anschluss außerdem ein Strandmüll-Sortierungsplatz eingerichtet. Der Film wurde am 12. November im Wangerooger Rosenhaus uraufgeführt. Danach stand der Regisseur für offene Fragen der Zuschauer zur Verfügung.

muellsammeltag-wooge

TEXT: MARC OSENBERG

Schreiben Sie einen Kommentar

Sie können folgende HTML Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>